Schweizerischer Klub der Beauceron-Freunde

Populistisch verbreiteter Irrtum

Leider verbreiten "Hundekenner" oft die Ansicht, dass Ausbildung und Training von Hunden in den Disziplinen IPO, VPG und Ring das Risiko für Beissunfälle erhöhen würden. Solche Ansichten werden auch von einzelnen Beauceron Besitzern vertreten.

Ein Zusammenhang mit der Ausbildung IPO, etc. und Beissunfällen wird dem unbefangenen Leser suggeriert. Die Sorge um den Beauceron noch besonders hervorgehoben durch die Behauptung: „Eine Beissattacke und der Beauceron steht auf der schwarzen Liste“.   

Spiel ist die wichtigste Beschäftigung der Hundewelpen

Quod esset demonstrandum (was zu beweisen wäre), doch das wird tunlichst vermieden.

Falsche populistische Behauptung

Denn schon der Ansatz dieser Argumentation ist falsch. Weil er davon ausgeht, dass die Ausbildung für den Schutzdienst die Hunde erst dazu bringt zu beissen. Wie wenig kynologische Fachkenntnisse hinter solchen populistischen Aussagen stecken, erschliesst sich nur dem, der sich wirklich mit den Ursachen von Beissunfällen auseinander setzt. Beissen kann jeder Hund, im Schutzdiensttraninig lernt er jedoch auf Befehl wieder auszulassen. Andy Oberthaler hat sich in seinem, schon etwas älteren „Plädoyer für einen hundegerechten Schutzdienst“ fundiert und lesenswert mit den Ursachen von Beissunfällen auseinander gesetzt.

Wer es wissenschaftlich begründet nachlesen mag, dem sei das Gutachten von Frau DDr. Regina Binder, das sie im Auftrag der Wiener Tierschutzombudsstelle erstellt hat zur Lektüre empfohlen. Sie schreibt auf Seite 20 (Zitat): „Grundsätzlich ist wohl davon auszugehen,  dass die pauschale Behauptung, wonach „ausgebildete Schutzhunde nicht durch Beißvorfälle auffällig werden“ (GRZESCHIZEK et al. o.J., 4; www.wikipeda.de, „Schutzhund“, accessed 7.7.2006) ebenso wenig zutrifft, wie die Annahme, dass Schutzhunde über proportional in Beißvorfälle verwickelt wären." (Zitat Ende)

Nicht berücksichtigt wird von den Vertretern der These, dass Beissunfälle durch sogenanntes Schutzdiensttraining gefördert würden, dass bei der Zucht von Hunden aus sogenannten Arbeitslinien viel konsequenter auf ein sicheres und ausgeglichenes Wesen geachtet wird, als bei der Zucht von sogenannten Familienhunden. Der Grund ist einfach durch die Zuchtselektion gegeben. Nur Hunde, die auch unter starken psychischen Belastungen „einen klaren Kopf“ behalten, können erfolgreich die Hundesportprüfungen bestehen. Und nur solche Hunde werden in der Zucht eingesetzt.

Die Zuchtselektion auf Arbeitsleistung fördert das sichere Wesen der Hunde und führt nicht zu vermehrten Beissunfällen. Genau sowenig wie die Ausbildung der Hunde für den sogenannten Schutzdienst.

 Quod erat demonstrandum (was zu beweisen war)