Rassebeschreibung von 1920
(Übersetzung des Artikel in "Le petit Journal agricole" vom 21. Oktober 1920 )
Im Gegensatz zu unseren anderen Schäferhunden verdankt der Beauceron seinen Ursprung nicht einer Kreuzung verschiedener Rassen. Er gehört zu den ältesten Hunderassen Frankreichs. Das Gebiet, in dem er entstand, scheint seinen Typ kaum beeinflusst zu haben, und seit Jahrhunderten ist er in derselben Form erhalten geblieben – in der Region südlich der Loire, von Orléans bis zu den Pyrenäen sowie vom Berry bis in die Normandie.
Er ist ein sehr robuster, widerstandsfähiger Hund von mittlerer bis großer Größe, weder schwerfällig noch ängstlich, sondern energisch und hingebungsvoll. Seine Widerristhöhe beträgt etwa 65 bis 70 cm. Die Fellfarben sind schwarz mit Brand, grau mit Brand und seltener blau mit Brand. Fast immer ist das Haar kurz.
Er wird vor allem zum Hüten und Treiben von Herden eingesetzt, kann aber auch zum Schutz von Eigentum verwendet werden.
Mit seinem intelligenten Charakter und seiner außergewöhnlichen Treue bindet er sich eng an seinen Besitzer und an das Haus, das er bewacht, sodass er Fremden gegenüber misstrauisch werden kann.
Der Beauceron eignet sich hervorragend für die Ausbildung und Abrichtung. Seine Intelligenz und seine Hingabe machen ihn zu einem äußerst zuverlässigen und nützlichen Helfer.
Die Rasse des Beauceron
Bei der Führung von Herden versucht er niemals, die Tiere zu beißen, um sie zu lenken. Er hält sie vielmehr durch sein Bellen an, drängt sie vorwärts, hält sie zusammen und bringt sie allein durch seine Anwesenheit zur Ordnung zurück. Anschließend wacht er über sie und hält alles fern, was die Herde erschrecken oder auseinander treiben könnte.
Diese Eigenschaften machen ihn nicht nur bei Schäfern, sondern auch bei Landwirten, Ackerbauern und allgemein bei den Bewohnern des ländlichen Raumes sehr geschätzt.
Der Beauceron kann außerdem ausgezeichnete Dienste als Kriegshund leisten. Während des damaligen Krieges wurden zahlreiche Hunde ausgebildet, um Nachrichten und Depeschen zu überbringen.
Offiziere und Soldaten, die mit ihnen gearbeitet haben, loben einstimmig ihren Mut, ihre Intelligenz und ihre Treue.
Der Beauceron ist heute in allen französischen Kolonien und in vielen ausländischen Ländern verbreitet.
Komentar:
Interessant ist, dass dieser Artikel vom 21. Oktober 1920 stammt und bereits die drei damals anerkannten Farbvarianten erwähnt:
- Noir et feu (schwarz mit Brand)
- Gris et feu (grau mit Brand)
- Bleu et feu (Harlekin)
Damit gehört er zu den frühen Quellen, die den Harlekin-Beauceron ausdrücklich erwähnen.