Fehlfarben beim Beauceron (2)
Weissscheckung, Glasaugen und mögliche genetische Ursachen
Neben abweichenden Fellfarben treten beim Beauceron gelegentlich auch unerwünschte weisse Abzeichen auf. Sie beruhen auf genetischen Veranlagungen und sind im FCI-Standard eindeutig geregelt.
Das Wichtigste auf einen Blick
- ✔ Ein deutlich sichtbarer weisser Brustfleck gilt beim Beauceron als disqualifizierender Fehler.
- ✔ Beim Harlekin ist ein kleiner, unauffälliger weisser Brustfleck zulässig.
- ✔ Grössere Weissscheckungen entstehen durch genetische Faktoren.
- ✔ Das Merle-Gen kann zusätzlich Pigmentmangel an den Augen verursachen.
- ✔ Hunde mit solchen Fehlfarben können gesunde Familienhunde sein, sind jedoch nicht für die Zucht geeignet.
Weissscheckung beim Beauceron
Gelegentlich weisen Beaucerons einen weissen Brustfleck auf. Dieses Merkmal ist seit Langem bekannt und wird im FCI-Standard beschrieben.
- ❌ Ein deutlich sichtbarer weisser Brustfleck gilt als disqualifizierender Fehler.
- ✔ Beim Harlekin ist ein kleiner, unauffälliger weisser Brustfleck («discret plastron blanc») zulässig.
Die genetische Ursache
Verantwortlich für weisse Abzeichen ist die sogenannte S-Serie (Spotting-Lokus). Sie beeinflusst, ob und in welchem Ausmass weisse Zeichnungen im Fell auftreten.
Die meisten schwarz-roten Beaucerons tragen das Allel S, das keine Weissscheckung verursacht. Daneben gibt es das Allel si (Irish Spotting), das unter anderem folgende weisse Abzeichen hervorrufen kann:
- weisse Brustflecken
- weisse Läufe
- Blesse am Kopf
- weisser Halskragen
- weisse Rutenspitze
Da diese Form der Weissscheckung rezessiv vererbt wird, müssen beide Elterntiere das entsprechende Allel tragen. Sichtbar werden die weissen Abzeichen nur, wenn ein Welpe das Allel von beiden Eltern erbt.
Spielt das kryptische Merle eine Rolle?
Bei Hunden mit ausgedehnten weissen Abzeichen sollte auch an die Möglichkeit eines kryptischen Merles (Cryptic Merle) gedacht werden. Diese Hunde tragen das Merle-Gen, zeigen äusserlich jedoch kaum oder gar keine typische Harlekinzeichnung.
Ob ein Hund tatsächlich Träger eines kryptischen Merle-Gens ist, lässt sich nur durch einen DNA-Test feststellen. Ohne einen solchen Nachweis bleibt die Ursache spekulativ.
Glasaugen – Folge eines Pigmentmangels
Das Merle-Gen beeinflusst nicht nur die Fellfarbe, sondern kann auch die Pigmentierung der Iris verändern. Dadurch können unterschiedlich gefärbte Augen entstehen. Das betroffene Auge erscheint blau oder sehr hell und wird umgangssprachlich häufig als Glasauge bezeichnet.
Ob neben der veränderten Augenfarbe auch funktionelle Beeinträchtigungen vorliegen, lässt sich nur durch eine augenfachärztliche Untersuchung bei einem entsprechend spezialisierten Tierarzt beurteilen.
Bedeutung für die Zucht
Ein Beauceron mit ausgedehnter Weissscheckung oder anderen nicht standardkonformen Fellfarben bleibt selbstverständlich ein liebenswerter und wertvoller Begleiter. Für die Zucht wird ein solcher Hund jedoch nicht zugelassen, da seine Fellfarbe nicht den Vorgaben des FCI-Standards entspricht.